Selbstbildnis aus Pappmaschee-Figuren

KUNSTbeTRIEB im Außendienst

Die Mittelschule in Tiefenbach holte sich für ein Kunstprojekt externe Kompetenz ins Haus. Andi Dünne, Leiter des Chamer KUNSTbeTRIEBS sorgte an zwei Tagen dafür, das Schüler der 8. und 9. Jahrgangsstufe einen bleibenden Eindruck im Schulgebäude hinterlassen können. Etwas Persönliches schaffen, das an die gemeinsame Schulzeit erinnern soll, haben sich die 28 Schüler vorgenommen. Was könnte da persönlicher sein, als ein Selbstbildnis. Nicht mit Wasserfarben unmotiviert in den Malblock gepinselt, sondern mit bildhauerischen Mitteln als Skulptur angelegt. Um an Marmorblöcken zu arbeiten, fehlte schlicht die Zeit, also brachte Andi Dünne Pappmasche ins Spiel. Genügend Altpapier, die Grundessenz dieser Modelliermasse, würde sich an einer Schule sicher auch finden. Mit einem Aktenvernichter wurde der Rohstoff erstmal zerkleinert, die Papierschnipsel aufgekocht und schließlich noch Kleister als Bindemittel zugegeben. Die entstandene Masse muss dann erst sorgfältig geknetet werden, um damit modellieren zu können. Als Grundgerüst und Basis dienten leere Blechdosen. Aus Altem wieder etwas Neues entstehen lassen, gehört zum Konzept im KUNSTbeTRIEB und will Andi Dünne auch den Schülern in Tiefenbach vermitteln. Die Dosengrundform machte eine Hungerstatur a´ la Topmodel schon mal vorab unmöglich. Naturgetreue Abbilder waren ohnehin nicht die Aufgabe. Möglichst frei zu arbeiten, die Eigenheiten den Materials kennen lernen und Freude am kreativen Prozess zu verspüren waren die eigentlichen Vorgaben.

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Natürlich macht das den jungen Leuten mehr Spass als der übliche, leistungsbezogene Schulalltag. Die jungen Künstler müssen auch nicht mit einer Benotung rechnen und trotzdem, oder vielleicht deshalb, war die Motivation erstaunlich hoch. Jeder konnte am Ende der ersten Einheit eine kleine Plastik präsentieren, die ihn repräsentieren soll. Nach dem die Pappmaschefiguren eine Woche lang trocknen und aushärten konnten, wurde als nächster Schritt Acrylfarbe aufgetragen. Knallige Farben waren besonders beliebt. Viele, vor allem Jungs wählten leuchtendes Gelb als Hautfarbe, die Familie Simpson lässt grüssen. Detailversesser zeigten sich die Mädels. Beim Umgang mit Wimperntusche und Lippenstift schon Erfahren, war das natürlich auch zu erwarten. Um die Gemeinschaft zu verbildlichen haben die Schüler mit Andi Dünne ein Vehikel aus Dachlatten konstruiert. Auf diesem Schiffähnlichem Objekt wurden die bunten Pappmaschee-Figuren nach und nach aufgeschraubt, bis alle an Board waren. Das Hantieren mit Bohrmaschine und Akkuschrauber haben wiederum die Jungs übernommen und das Gesamtkunstwerk noch rechzeitig zum Unterrichtsschluss fertig gestellt. Später wird es in der Schulaula wirksam exponiert und auch noch zu bestaunen sein, wenn die Künstler der beiden Klassen die Schule schon verlassen haben.